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Wenn mein Hund jagt, kann ich ihn nicht abrufen. Warum?

Der Hund ist verwandt mit dem Wolf. Dieses Raubtier ernährt sich, indem es Beutetiere jagt. Würde er sich von einem Geräusch ablenken lassen, könnte dies vielleicht den Hungertod bedeuten. Es war also in der Evolution wichtig, einen Tunnelblick zu entwickeln und alle Sinne auf die Jagd zu schärfen. Dieses evolutionäre Erbe schlummert auch noch in Ihnen- denken Sie nur daran dass Sie nicht ansprechbar sind wenn der Krimi gerade so spannend ist.
Wir können diese "Reizschwelle" aber durch Training herabsetzen, zumindest beim Hund. ;-)

 

Gehorcht mein Hund mir noch, wenn ich ihn auf das Sofa lasse?

Ja, wenn Sie ein paar Dinge beachten. Sie können Ihren Hund sogar mit ins Bett nehmen. Im Wolfsrudel schlafen die Familienmitglieder auch mit Körperkontakt. Sofern Sie die wichtigen Dinge im Leben Ihres Hundes gewähren, und nicht einfordern lassen, steht einem guten Gehorsam nichts im Wege. Das hört sich leicht an, bedarf aber einiges an Selbstbeobachtung. Sie können Ihren Hund für angemessenes Verhalten belohnen, auch mit einer Ressource wie Komfort und Zuneigung. Wenn er dies aber immer zur freien Verfügung hat, kann es schwer werden mit dem "Gehorsam", mit oder ohne Couch. Machen Sie Ihren Hund zu Hause zum König der Welt, lässt er sich von Ihnen natürlich draußen nicht zum Praktikanten degradieren.

Nun zur Praxis:
Ich habe meinem Hund z.B. beigebracht, mich zu fragen, ob er zu mir auf die Couch darf, indem er den Kopf auf das Polster legt. So besteht auch nicht die Gefahr, dass er nach einem Spaziergang das teure Sofa verschmutzt. Habe ich Lust mit ihm zu schmusen, bekommt er mit "OK" die Einladung oder ich rufe ihn einfach von mir aus. Ich schicke ihn wieder von der Couch, wenn ich genug habe.

 

Hilfe! Mein Hund hat mich angeknurrt - was nun?

Ihr Liebling hat Sie angeknurrt und Sie sind wahrscheinlich sehr schockiert. Es sieht äußerst bedrohlich aus, wenn man diese riesigen Raubtierzähne gezeigt bekommt. Im ersten Moment geht eine Menge Vertrauen verloren.

Aber Bitte widerstehen Sie der Versuchung: Bestrafen Sie nie ein Knurren!!!

Ihr haariges Familienmitglied warnt sie gerade, weil er sie nicht beißen möchte!
Bestrafen Sie das Knurren, wird Ihr Hund in der nächsten Konfliktsituation schnappen, um seinen Unmut mitzuteilen. Bestrafen Sie auch das, bleibt Ihm nur noch der Biss.
Hunde sind uns, bezüglich ihrer Reflexe, weit überlegen. Kein Hochleistungssportler wäre schnell genug seine Hand weg zu ziehen, um sich vor einem Biss zu schützen. Sind Sie nicht verletzt, wollte der Hund sie nicht verletzen!
Meiner Meinung nach hat auch ein Hund das Recht mitzuteilen, wenn ihm etwas nicht passt - "Stopp" oder "nein" zu sagen und das geht nur in seiner Sprache. Schauen Sie in welcher Situation der Hund geknurrt hat und ändern Sie diese vorläufig. Zukünftig können Sie die Lage trainieren, um das Konfliktpotential zu beseitigen. Beheben Sie unbedingt den Grund für das Knurren, es ist nämlich nur das Symptom eines Problems. Wie helfen Ihnen gerne eine Strategie zu entwickeln, die Ursache zu finden und zu beseitigen.
Übrigens hat Ihr Hund vor dem Knurren schon in anderer Form seinen Unmut mitgeteilt - sie haben Ihn nur nicht erhört. Bilden Sie sich in der Hundesprache, um ein besseres Verständnis zu erreichen.

Ein Hund darf nicht knurren? Sind Sie denn immer nur nett? Stellen Sie sich vor jemand befiehlt Ihnen, Sie müssen ab heute nur noch nett und freundlich sein. Wie lange werden Sie brauchen, bis Sie explodieren?

Zu meiner eigenen Erfahrung:
Ich freue mich, dass mein Hund genug Vertrauen zu mir hat mir zu zeigen, wenn er etwas nicht möchte. Das war einmal anders: Ich habe ihm "Platz" befohlen und er hat solch einen Gehorsam an den Tag gelegt, dass er sich in einen Hundehaufen fallen lies. Er stand nicht auf, obwohl ihm bestimmt danach war. Ab diesem Zeitpunk fing ich an umzudenken. Heute haben wir, einiges an Arbeit sei Dank, solch gute Beziehung, dass mein Hund sich traut mir zu "widersprechen". Er hört auf mich, weil ich es sich für ihn lohnt, und nicht weil er mich und meine Strafe fürchtet.

 

Ich werfe meinem Hund eine Stunde den Ball und trotzdem bekomme ich ihn nicht müde.

http://www.youtube.com/user/Rudelfamilie#p/u/4/SwTmZO4Kr18

Das Hetzen nach einem Ball macht nur kurzfristig körperlich müde. Wie bei einem Hochleistungssportler hat auch beim Hund das ausgeschüttete Adrenalin eine berauschende Wirkung. Jeder, der bereits einmal Achterbahn gefahren oder Bungee- Jumping betrieben hat, weiß, wie beflügelt man sich danach fühlt.
Drogen wirken nur wie sie es tun, da sie in ihrer chemischen Zusammensetzung unseren Hormonen ähneln. Achten Sie mal genau auf die Pupillen Ihres Hundes, wenn er den Ball zu sehen bekommt. Werden Sie groß? Dies ist eine Reaktion auf die körpereigene Droge. Mit der "Dauerbespaßung" mit Ball und Co. produzieren wir uns unseren eigenen Junkie auf vier Pfoten. Leider hat diese Behandlung nichts mit der Natur unseres Wolfsartigen zu tun.

Gehen wir einmal zurück zum Wolf: In welchen Momenten ist es für den Wolf existenziell wichtig hellwach zu sein? Bei der Jagd! Diese Wachheit wird rein körperlich erreicht, in dem der Organismus mit der Ausschüttung von Stresshormonen höchste Alarmbereitschaft erreicht.
Die Jagd, bzw. ihr hormoneller Zustand, wird durch verschiedene Schlüsselreize bewirkt. Einer dieser Auslöser ist ein schnell bewegtes Objekt, das sich vom Hund weg bewegt. Dieses Objekt wird gehetzt, gepackt und vielleicht auch zu Tode geschüttelt.

Und was passiert im Körper des Hundes, wenn er einen Ball jagt?
Der Körper ist in Alarmbereitschaft, was das Gegenteil von der gewünschten Ruhe darstellt. In der Natur ist der Wolf bei der Jagd hauptsächlich mit dem Aufspüren der Beute beschäftigt. Nur aus einer Erfolg versprechenden Position heraus wird das potentielle Abendessen gehetzt. Würde der Wolf so viel hin und her rennen, wie es unsere Hunde für uns tun, wäre dies eine riesige Energieverschwendung. Es wäre für ihn fast unmöglich genügend Nahrung zu jagen, um seinen Stoffwechsel am Laufen zu halten.

Sie wollen Ihrem Hund etwas Gutes tun? Lassen Sie doch einmal eine Woche den Ball weg! Setzen Sie ihn auf Entzug! Sie werden sich wundern!
Sie wollen nicht, dass Ihr Hund Hasen jagt, trimmen ihn aber auf Balljagd?
Sie wollen keinen aggressiven Hund, aber setzen ihn andauern unter Stresshormone, die aggressives Verhalten begünstigen? Es gib einen Ausweg! Statt zu hetzen, ermöglichen wir ihm lieber etwas mit der Nase zu suchen. Verstecken wir beispielsweise sein Futter im ganzen Garten, ist dies schon ein Anfang ihn geistig auszulasten. Dann klappt´s auch mit der Ruhe.
Natürlich können wir dem Hund noch den Ball werfen - aber lieber ab und zu als Belohnung.

 
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